© Carlos Matter


Carlos Matter


Die Arbeiten von Carlos Matter - mit Säge, Bohrer, Fräsmaschine, Beize, Farbe und Lack bearbeitete Holztafeln - sind eigentliche Tafelbilder. Obwohl sie viel mit Zeichnerischem und Malerischem zu tun haben, sind sie dennoch vor allem das Endprodukt eines skulpturalen Prozesses. Der Künstler selbst schreibt dazu: "Mich interessiert das Machen. Nicht das bildnerische Resultat ist das Ziel, sondern das Ausloten aller Möglichkeiten mit einem sehr beschränkten Repertoire der Mittel... Indem ich mechanisch Material entferne, füge ich dem Bild immer wieder etwas hinzu, genauso geschieht das durch die Farbaufträge, das Beizen, Lackieren, Ausgipsen, Abschleifen..."

Carlos Matter pflegt eine performanceartige Arbeitsweise. Sie integriert den eigenen Körper und entsteht spontan und improvisiert, ein Prozess auch, der - durch Emotionen geprägt - in einem klar abgesteckten Aktionsrahmen abläuft, eingeschränkt durch die zur Verfügung stehenden Arbeitsmittel und die Grösse der Bildtafel. Der Künstler erstellt keine Vorstudien und das Resultat, das bei diesem Vorgehen entsteht, ist zufällig.

Carlos Matter bearbeitet die Bildtafeln, indem er sie aufbricht, strukturiert, rastert. Die durch die fast aggressiven Eingriffe entstandenen Löcher, Linien und Punkte bilden ein rhythmisches Gefüge, eine Textur oder Struktur, die sich durch Wiederholungen und analoge oder kontrastierende Bewegungsflüsse auszeichnen. Das Material wird nach und nach vom Bildträger entfernt und kann nicht wieder hinzugefügt werden. Es gibt also keine Korrekturmöglichkeiten.

Begriffe wie Variation, Rhythmus, Synkope, Repetition lassen an Termini aus der Musik denken: da ein Klanggefüge, hier ein Strukturfeld. Tatsächlich sind Carlos Matters Bilder komplexe Strukturkompositionen, die an Klangteppiche erinnern, ein Vergleich, den Gerhard Mack in seinem Beitrag zur letzten Publikation von Carlos Matter, "Carlos Matter, Apotheke 1992-2000", ausführlich anstellt.


Carlos Matter lebt und arbeitet in Zürich und Verduno.


Ausstellungsdauer: 28.2. - 6.4.2003
Öffnungszeiten: Mi-Fr 14 - 18 Uhr, Sa/So 11 - 16 Uhr


Städtische Galerie im Amtshimmel
Rathausgasse 3
5400 Baden
Telefon 056 200 82 67
Fax 056 222 48 36
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