Francis Alys: "ohne titel (new york), 2000, Video-Installation

WANDZEICHNUNGEN UND EIN VIDEO IN ZÜRICH UND EIN PFAU IN VENEDIG AN DER BIENNALE

Die zauberhaften Geschichten des Francis Alÿs

Wir zeigen ab Juni neue Arbeiten von Francis Alÿs – und dies an drei Orten: In den Galerieräumen in Zürich, an der Art 32 in Basel sowie an der 49. Biennale in Venedig, wo sich der Künstler durch einen Pfau vertreten lässt.

Ob aus Mexico-Stadt, Istanbul, Zürich oder Venedig: Seit rund zehn Jahren vernimmt man von den "seltsamen Unternehmungen" (Kunstbulletin) des belgischen Künstlers Francis Alÿs. Peter Kilchmann präsentiert im Juni und Juli in Zürich und Basel neue Arbeiten von Alÿs' Fährten. In Venedig zeigt Alÿs eine weitere Performance. Alÿs arbeitet mit den Mitteln Malerei, Zeichnung, Collage, Skulptur, Installation, Video und Zeichentrickfilm.

Es ist, nach 1999, die zweite Einzelausstellung von Francis Alÿs bei Kilchmann. Alÿs hat für die neue Ausstellung das einstündige Video "UNTITLED (New York, September 2000)" produziert. Es zeigt eine Ansicht der New Yorker Wolkenkratzerlandschaft, untermalt von urbaner Geräuschkulisse. Im grossen Galerieraum sind Wandmalereien, aufgetragen mit Schablonen, zu sehen: Die Rückensicht einer Menge, die darauf wartet, dass etwas geschieht. Im Französischen trägt die Wandzeichnung den Titel "L'attente" – Die Erwartung. Im Back room: neue Zeichnungen, kleine Gemälde.

Francis Alÿs ist ein charmanter wie hintersinniger Geschichtenerfinder und Geschichtenerzähler. Der 1959 in Antwerpen geborene Künstler führte in Mexiko-Stadt, wo er wohnt, einen kleinen Hund auf Rollen spazieren. Der Hund, aus Magnetteilen zusammengebastelt, sammelte die metallischen Abfälle der Stadt. Alÿs schob einen Eisblock übers Pflaster, bis nichts mehr davon übrig blieb – und kickte den letzten kleinen Eiswürfel mit dem Turnschuh fort. Er bohrte ein Loch in eine Dose hellblauer Farbe und zog die Spur über Trottoir, Hundebeine, Fussgängerstreifen, Marktplätze.

"Wir, die Zeitgenossen", schrieb Art Forum, "bleiben mit nichts weiter zurück als mit einer Welt aus Gerüchten und Halbwahrheiten". Und Fabeln, die sich verbreiten –"wenn sie gut genug sind", sagt Alÿs.

An der diesjährigen Biennale in Venedig lässt sich der Künstler durch einen Pfau vertreten. Der dressierte Pfau wird, betreut von einem uniformierten Begleiter, durch die Giardini stolzieren, durch das Arsenale und die Umgebung des Piazza San Marco. Er wird auf einen anderen Pfau treffen (ein Pfauenweibchen) und eventuell das Rad schlagen. Für die Aktion wurden Postkarten produziert und werden während des Spazierganges verteilt.

Dauer der Performance in Venedig: 6./7. Juni 10-20 Uhr; 8. Juni 10-14 Uhr; 9. Juni 17 Uhr bis zur Dämmerung.

Francis Alÿs war Teilnehmer an den Biennalen von Venedig, Istanbul, Melbourne, Sao Paolo, Caracas, Havanna,. Gegenwärtig oder demnächst zeigen folgende Institute Arbeiten von Alÿs: Musée Picasso, Antibes (bis 17. Juni), Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris (1. Juni – 16. Sept.), Kunstmuseum Bern (15. Juni – 9. Sept.). An der Art 32 zeigt Alÿs neue Werke.

Art Basel: Stand 2.1/K6, vom 13. – 18. Juni 2001.

Ausstellungsdauer: 2.6. - 13.7.2001
Oeffnungszeiten: Di-Fr 12 -18 Uhr, Sa 12 -16 Uhr

Galerie Peter Kilchmann
Limmatstrasse 270
CH-8005 Zürich
Telefon +41 1 440 39 31
Fax +41 1 440 39 32
E-Mail info@kilchmanngalerie.com

www.kilchmanngalerie.com