My Name
Franziska Furrer

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Born
gitschenstrasse 4
6460 altdorf
 

09. 05. 1974  
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ffurrer@gmx.ch  
http://www.hausfuerkunsturi.ch
http://www.artreview.com/profile/FranziskaFurrer
http://www.art-tv.ch/reiz_risiko.html
http://www.bahnhofstrasse6.ch
http://edition5.org/

Education
2010
Atelierstipendium Paris 
2008
Atelierstipendium New York 
2004
Stipendiumsaufenthalt Helsinki 
2001 - 2005
Hochschule für Gestaltung und Kunst Luzern 
1999 - 2000
Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich
 

Solo Exhibitions
2010  
Franziska Furrer, Monika Müller, Benzeholz, Raum für zeitgenössische Kunst Meggen
 
Zeitfenster, schau!fenster für aktuelle Kunst, Sachseln

 
Echo, Räume sind Träume; Ein utopischer Augenblick zwischen Künsten, Generationen und Regionen, in Zusammenarbeit mit Roland Dahinden, Barry Guy und Maya Homberger, Burgbachkeller Zug
2009  
Kabinettausstellung, Haus für Kunst Uri
2008  
Open Studio, Tribeca Studio Program, New York
 

Group Exhibitions
2010  
Edition 5, Erstfeld, Haus für Kunst Uri  
 
inside out, Kunsthalle Luzern  
2009  
Die Alpineum Minimale / Die grosse Leistungsschau für aktuelle Mikrokunst in Luzern, Alpineum Produzentengalerie Luzern  
 
Vorweihnächtliche Kunstschau, Benzeholz, Raum für aktuelle Kunst Meggen  
 
Anonyme Zeichner N°10, Kunstraum Kreuzberg / Bethanien, Berlin  
2008  
Night of 1000 drawings, Artists Space, New York  
 
Silent Auction, Kunstpanorama, Kunsthalle Luzern  
 
Anonyme Zeichner N. 9, Kunstraum Kreuzberg / Bethanien, Berlin  
 
Aktion Adam Tellmeister, Substitut, Raum für aktuelle Kunst aus der Schweiz, Berlin  
2007  
Tierisch, wenn der Mensch "auf den Hund" kommt, Haus für Kunst Uri  
 
"Durchwegs", Ausstellung zum 125-Jahr-Jubiläum der Gotthardbahn, Göschenen  
 
Urner Jahresausstellung, Haus für Kunst Uri  
 
Goodbye, Hello, Kunstpanorama Luzern  
2006  
Reiz und Risiko / Risk and Allure, Haus für Kunst Uri  
 
Urner Jahresausstellung, Haus für Kunst Uri  
 
Boxenstar, Kunstpanorama Luzern  
 
Turbine Giswil  
2005  
Urner Jahresausstellung, Haus für Kunst Uri  
 
 

Performance
2010  
Runden drehen, Benzeholz, Raum für zeitgenössische Kunst Meggen  

Residencies
2010  
Atelierstipendium Paris  
2008  
Atelierstipendium New York  

Grants & Prizes
2009  
Atelierstipendium "Cité International des Arts" Paris, visarte Zentralschweiz  
 
Förderbeitrag, Kanton Uri  
2007  
Atelierstipendium New York, Kanton Uri  
2004  
Studienstipendium Helsinki  

Bibliography
2010  
Romano Cuonz, Neue Obwaldner Zeitung, 12. März 2010, "Schaufenster werden zu Zeitfenstern"  
 
Urs Bugmann, Neue Luzerner Zeitung, 21. Juni 2010, Natur drängt in der Kunst nach vorn  
 
Neue Urner Zeitung, 9. März 2010, "Zeitfenster" infizieren "schau!fenster"  
 
Andrée Stössel, Neue Zuger Zeitung, 20. Mai 2010, Wie Klebeband zum Kunstwerk wird  
 
Neue Urner Zeitung, 15. Februar 2010, Sachsler stossen bald auf Urner Kunst  
2009  
Markus Zwyssig, Neue Urner Zeitung, 13. Januar 2009, "Kunst in New York ist überwältigend"  
2007  
Manuela Kalbermatten, Neue Urner Zeitung, 9. Juli 2007, Am Gotthard träumt die Welt  
 
www.hausfuerkunsturi.ch/?id=25  
 
Manuela Kalbermatten, Neue Urner Zeitung, Februar 2007, Furrer darf nach New York  
 
Urs Bugmann, Neue Luzerner Zeitung, 9. Juli 2007, Das Verborgene wird deutlich gemacht  
2006  
www.art-tv.ch/reiz_risiko.html  
 
Urs Bugmann, Neue Luzerner Zeitung, 8. Juli 2006, Kunst spielt mit Reizen und geht Risiken ein  
 
Markus Arnold, Urner Wochenblatt, 8. Juli 2006, Grosse Sommerausstellung zum Thema Reiz und Risiko  
 
Reiz & Risiko / Risk & Allure,
Peter Stohler, Sylvia Rüttimann,
Arnoldsche, Haus für Kunst Uri
 
2005  
Diplom 05,
Hochschule für Gestaltung und Kunst Luzern
 

News
Franziska Furrer, Monika Müller

12. Juni - 11. Juli 2010

Benzeholz, Raum für zeitgenössische Kunst Meggen

Fr 11. Juni / 18.30 Vernissage
Sa 26. Juni / 17 Uhr Performance von Franziska Furrer
 
Edition 5 Erstfeld

12. Juni - 22. August 2010

Haus für Kunst Uri

Sa 12. Juni, 17 Uhr Vernissage

 
2010 Atelierstipendium Paris 

Statements
 
Urs Bugmann
Ausschnitt aus Laudatio - Kabinettausstellung Haus für Kunst Uri, 2009

Was Sie sehen, ist nicht, was es scheint. Der Stein ist kein Stein. Er ist ein Nadelkissen. Das erkennen Sie erst, wenn Sie ganz genau hinsehen. Franziska Furrer hat Tausende gewöhnlicher Stecknadeln in ein weiches Kissen hineingesteckt, bis es aussah, als läge da, schwer und abweisend, ein Stein. Aber weist er denn ab, lädt er nicht eher zur Berührung, zur Erfahrung von Nähe? So scheint es doch vor allem neben den stachligen Kugeln, die nun wirklich nicht dazu einladen, danach zu greifen. Sie scheinen nichts als spitz und stachlig zu sein – und sind es auch. Schein und Sein treffen sich, und wo das Sein ist, ist die Wirklichkeit. Und aber die Kunst?

Sie ist, was das Sein, die Wirklichkeit überschreitet, was sie negiert, verwandelt, in den Schein überführt und dem Sein seinen Vorrang streitig macht. In der Kunst ist der Schein mächtiger als das Sein. Was ist, hat in der Kunst auch zu scheinen. Die schwarzen Kugeln, die sich oben auf den sieben Dachlatten zur Wolke ballen, scheinen aus Wolle zu sein. Das möchten wir gerne überprüfen, das Sein dieses Scheins würden wir gerne mit Händen greifen. Leider sind die schwarzen Dinger zu hoch für uns. Jetzt sagt er gleich, denken Sie sich: was zu hoch ist, ist sowieso schon Kunst. Ich sage es nicht, denn meist scheint es bloss so, ist es aber nicht.

Sie sehen, die Arbeiten, die Franziska Furrer vor uns hinstellt, lassen uns nachdenken über Sein und Schein. Sie sind aus ganz gewöhnlichen Materialien und werfen ungewöhnliche Fragen auf. Noch dazu, wenn wir die Titel dazu lesen. Der Stein will endlich etwas in Ordnung bringen. Doch was gibt es Unordentlicheres als einen Findling, der da liegt, wo er nicht hingehört? Die stachligen Kugeln aus Zahnstochern heissen «Votiv (Konstruktion und Erinnerung)» und erinnern daran, dass es die alte Tradition der Votivgaben gibt, mit denen sich fromme Frauen für eine geglückte Geburt bedanken. «On and on and on and on» heisst die schwarze Wolke, die Franziska Furrer wirklich aus lauter Wollknäueln zusammengefügt hat: wieder und wieder und wieder hat sie die Wolle vom Knäuel abgewickelt und auf die Lochscheibe aufgewickelt.

Solche repetierten Bewegungen gehören zum Schaffen von Franziska Furrer. Durch sie verändert sie die Materialien, die sie dem Alltag entfremdet: Schachtelweise steckt sie die Zahnstocher zu Kugeln ineinander, Nadel um Nadel stösst sie ins Kissen – und denkt dabei nach über Schein und Sein. (...)
 
Zeitfenster
schau!fenster für aktuelle Kunst, Sachseln, 2010


Das alte Haus an der Bahnhofstrasse und seine zwei für zeitgenössische Kunst zur Verfügung stehenden Fenster bilden einen spannenden Gegensatz. Einerseits werden Teile der Geschichte des alten Hauses bewahrt, andererseits erhält dieses durch die Plattform für Gegenwärtiges eine neue Identität. Es entsteht die Möglichkeit, Strukturen aufbrechen zu lassen, Wahrnehmung zu schulen und den Blick auf Neues und noch Unbekanntes frei zu machen. Das Haus scheint nicht mehr nur das zu sein, was es war, sondern erhält dem Wandel der Zeit unterworfen eine weitere Deutung, die sich wie eine neue Schicht über das alte legt. „Geschichte“ und „Schwarzes Loch“ können als Reaktion auf diese Gegebenheit gelesen werden.

In ihrer künstlerischen Auseinandersetzung dem Alltäglichen verschrieben hat Franziska Furrer in ausdauernd repetierender Handarbeit ihre Werke aus den banalen Materialien Leim und Veloflicken realisiert. Sie bezieht sich auf die den Materialien innewohnenden Qualitäten, fordert deren Eigenheit, ästhetische Potenz und Möglichkeit heraus. Die Künstlerin gelangt an einen Punkt, an dem das Material so verdichtet wird, dass die gewohnte Erscheinungsform verändert oder verschoben wird und etwas Neues, Verborgenes und Überraschendes zum Vorschein kommt. Erwartungen, die an Alltägliches gestellt werden, verwischen und gängige Wahrnehmung wird hinterfragt. Aus den Veloflicken, die zu Ansammlungen über kleine schon vorhandene Löcher geklebt wurden, ergibt sich ein eigentümliches Muster und der Leim, zu Fladen gegossen und Stapeln geschichtet verzaubert durch eine verführerisch wirkende Oberfläche. Die Frage nach Sein und Schein drängt sich auf, da Gewöhnliches ganz ungewöhnlich erscheint und einen neuen Ausdruck erhält.

Wie ein roter Faden zieht sich eine Auseinandersetzung mit Zeit durch Furrers Arbeit. Die Werktitel verweisen auf Vergangenheit. Schwarze Löcher existieren schon, bevor sich Galaxien entwickeln und Schichten werden im Laufe der Zeit zu Bergen abgelagert. Wobei die Hoffnung besteht, dass Gewesenes nicht gänzlich von einem schwarzen Loch aufgesaugt oder vollständig von neuen Schichten überdeckt wird. Obwohl die Künstlerin die Materialien in deren Sinne verwendet, indem sie Leim an sich selbst haften lässt und Flicken über kleine Löcher klebt, werden die Materialien aus ihrem Verwendungszusammenhang enthoben und in ihrer Geschichtlichkeit in Frage gestellt. Durch die mit einer ins Absurde geführten Handlung entwickelten Arbeiten entstehen (da sie ein Ergebnis eines lange andauernden Ablaufs sind) neue Zeitspeicher. Sie werden zu einer persönlichen Ansicht von Geschichte, die in die Gegenwart überführt und im Jetzt präsentiert wird. Die beiden Fenster an der Bahnhofstrasse werden auf diese Weise zu eigentlichen Zeitfenstern, indem sie den Blick für einen bestimmt andauernden Zeitabschnitt auf eben diese Zeitspeicher frei geben. Dabei gilt das Augenmerk nicht nur der Vergangenheit, sondern der Veränderung von Erfahrungen in der Gegenwart.
 


Benzeholz, Raum für zeitgenössische Kunst Meggen, 2010

Für ihre künstlerische Arbeit greift Franziska Furrer alltägliche Gebrauchsmaterialien wie Stecknadeln, Zahnstocher, Wollgarn, Klebestreifen auf und erzeugt daraus faszinierende, fragile Objekte. Sie geht den Dingen auf den Grund und vollzieht buchstäblich einen Akt des Begreifens, indem sie in repetitiven Bewegungen das Material immer wieder in die Hand nimmt, nebeneinander reiht und übereinander schichtet. Die Zeit und der Aufwand, welche für das Entstehen der Konglomerate notwendig sind, werden in den Objekten geradezu gespeichert. Meist entstehen aus der Anhäufung von regelmässigen, maschinell hergestellten Materialien neue Strukturen, die organischen Formen oder gar natürlich gewachsenen Elementen gleichen. Auf diese Weise führt die Künstlerin die Materialien aus ihrem fertigen Zustand in einen Prozess des Werdens über. In ihrer Performance am 26. Juni wird die Künstlerin zum ersten Mal einen Einblick in ihren Arbeitsprozess geben und einen Bruchteil ihres repetitiven Akts, das Aufdröseln und Schichten, dem Publikum öffnen.

Annamira Jochim, Juni 2010
 

Choice of Work Title of Work

schwarzes loch, 2010 / 140cm x 180cm / gummi, mdf, glas

votiv (konstruktion und erinnerung), 2008-2009 / 120cm x 70cm x 30cm / holz, klebstoff

findling (endlich in ordnung bringen), 2009 / 120cm x 40cm x 40cm / baumwolle, kunststoff, stahl

on and on and on and on (eigentlich ist mir das zu hoch), 2007-2009 / 300cm x 100cm x 60cm / garn, holz

echo, 2010 / grösse variabel / klebeband

runden drehen, 2010 /grösse variabel / klebeband

runden drehen, performance, 2010

ohne titel, 2009 / 20cm x 14cm x 7cm / stahl, stoff, watte

vergewissern, 2009 / 18cm x 12cm x 9cm / stecknadeln, stoff, watte / Edition5

one piece of paper made of two, 2009 / a4 / papier

eat, eat or another country, 2008 / 13cm x 28cm x 100cm / lunchbags

ohne titel (straw), 2008 / a4 / bleistift auf papier

meteor, 2008 / bleistift auf papier / fotografiert

splinter, 2008 / bleistift auf papier / fotografiert

curses, 2008 / grösse variabel / künstliche fingernägel, heissleim

geschichte, 2007 / ca.2m x 2m / leim, mdf

einfluss, 2007 / grösse variabel / fahrradschlauch

vergissmeinnicht, 2007 / grösse variabel / haftnotizen

ohne titel, 2006 / grösse variabel / acrylgarn, kleister

ohne titel, 2005 / grösse variabel / polyesterleine - geflochten

ohne titel, 2004 / 1m x 0.7m / vinamold, glasfasergewebe, nägel - durchgestossen

landfall, 2004 / 1.5m x 1.5m x 0.4m / mdf, leim, spachelmasse



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