Likeyou.projects presents La Luna. La Diva 22 October - 18 November 2006 Group show Participating artists Click on names to receive information: Luigi Archetti, Stefan Banz, Jennifer Bennett, Chris Bünter, Teresa Chen, David Chieppo, Marianne Engel, Klodin Erb, Robert Estermann, Thomas Galler, Federica Gärtner, Tatjana Gerhard, Michael Günzburger, Elmar Haardt, Dimitri Horta, huber.huber, Melli Ink, Centrik Isler, Anna Kanai, Kesang Lamdark, Eleonora Meier, Christa Michel, Victorine Müller, Cat Tuong Nguyen, Eliane Rutishauser, Anina Schenker & Selina Willemse, Katja Schenker, Karin Schwarzbek, Alexandra Vogt, Margot Zanni, Christa Ziegler |
Likeyou.projects The Real Site of Likeyou.com Lavaterstrasse 75 8002 Zurich Telephone +41 (0) 44 201 33 37 Email go@likeyou.com Oeffnungszeiten während einer Ausstellung Mi-Fr 14 - 18 Uhr, Sa 14 - 16 Uhr, und nach Verabredung Opening hours during an exhibition Wed-Fri 2 - 6 pm, Sat 2 - 4 pm, and by appointment Klicken Sie hier für Informationen über unsere aktuellste Ausstellung bei Likeyou.projects Click here to receive information about our current exhibition |
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Beim lautmalerischen Wort "Diva" ertönt augenblicklich eine weibliche Stimme, denkt man sofort an die grossen Operndiven wie Maria Callas, die ihren göttlichen Gesang in der Arena von Verona erklingen lassen, im besten Fall bei klarem Sternenhimmel im fahlen Licht des Vollmondes. Diva heisst aber auch "Göttin", und von den Mondgottheiten gibt es zahlreiche, seit vielen Zeitaltern und in unterschiedlichen Kulturkreisen, von den Pharaonen über die Mayas bis zur griechischen Mythologie und afrikanischen Königreichen wie Dahomey, sie heissen Artemis, Diana, Gleti, Hygieia, Ixchel, Ka-Ata-Killa, Metztli, Phoebe und Selene, um nur diese zu nennen. Bernardo Bertolucci hat in seinem Film "La Luna" (1979) die Elemente Mond und Diva zu einer Geschichte verflochten, obwohl auch hier der Mond nicht die Diva selbst ist: die Göttin ist erwartungsgemäss eine amerikanische Opernsängerin, die nach dem plötzlichen Tod ihres Lebenspartners ihren Sohn auf Italientour mitnimmt. Der Teenager, vor seiner Mutter in oedipaler Bewunderung verschmelzend, befragt den Mond symbolisch nach Handlungsanweisungen. Wenden wir uns im Folgenden kurz den Eigenschaften zu, die in unseren Augen Mond und Diven so faszinierend machen. In den Mondphasen unterscheidet man zwischen der Voll- und der Neumondphase. Währenddem der Vollmond als schöner weil visuell fassbarer empfunden wird als der Leermond, steht dieser seit Jahrhunderten für die Unstabilität des menschlichen Charakters, wie die Etymologie von "launisch" uns daran erinnert. Noch vor zweihundert Jahren erklärte der "Lunacy Act" in Grossbritannien 1842, dass ein Mondsüchtiger eine demente Person mit luziden Momenten während den ersten zwei Mondphasen sei, "afflicted with a period of fatuity in the period following after the full moon". Was die Diva auszeichnet: unerreichbar, charismatisch, exhibitionistisch und zugleich verletzlich, von einer Aura des Geheimnisvollen umgeben, narzistisch, ehrgeizig, authentisch, und ihre eigene Herkunft (meist aus einfachen Verhältnissen) mystifizierend... Diese lose Liste von Begriffen mag es auch sein, welche die Künstlerinnen und Künstler in der Ausstellung "La Luna. La Diva" be- und hinterfragen. Obwohl man geneigt sein wird, zu diesen Merkmalen auch die Launenhaftigkeit (im Sinne von "Mondsucht") hinzuzurechnen, wird diese mit der Neumondphase jedoch positiv besetzt - denn am 22. Oktober 2006 fängt die Neumondphase an. So sollen die grossen Ereignisse wie beispielsweise die Eheschliessung von Theseus und Hippolyta in Shakespeares "A Midsummer Night's Dream", das Kinderzeugen oder auch einfach das Haareschneiden auf diese Phase vertagt werden, um so aus voller kosmischer Kraft schöpfen zu können. Die grossen Diven des 20. Jahrhundert's heissen Maria Callas, Marlene Dietrich, Marylin Monroe, Elvis Presley... Die bildende Kunst fand sie allen voran in der Person von Andy Warhol. "Okay okay. Der Pickel ist abgedeckt. Aber bin ich abgedeckt? Ich muss im Spiegel nach anderen Hinweisen suchen. Nichts fehlt. Alles da. Der teilnahmslose Blick. Der zerstreute Charme. Die gelangweilte Mattigkeit, die verlebte Blässe... Das modisch Freakhafte, das im Grunde passive Erstaunen, das bezaubernde Geheimwissen... die plüschige Freude, die verräterischen Vorlieben, die kalkweisse Koboldmaske, die leicht slawischen Zügen... Nichts fehlt. Ich bin so, wie es in meinem Notizbuch steht" (Andy Warhol, 1975). Wie Elisabeth Bronfen beobachtet, hat dieser Pop Art-Künstler es uns vorgemacht, wie man in unserer postmodernen Bildkultur, die vornehmlich von einem Prozess des endlos sich wiederspiegelnden Zitierens, des Sampling, Morphing und Cloning geprägt ist, seinen Starkörper zu konstruieren und dem kalkulierten Wunsch des Mediengeschäfts nach endloser Verwandlung gerecht zu werden. Die Sängerin Madonna treibt dieses Spiel der Maskerade soweit, dass sie jede Form von medialer Öffentlichkeit (Sexskandale, Einblick hinter die Kulissen) zur Konstruktion und Festigung ihrer Notorietät zu instrumentalisieren weiss. Im Gegensatz zur klassischen Diva sind Madonna und Warhol aber nicht mehr einfach an der Konstruktion eines singulären Diva-Images interessiert, viel mehr bedienen sie sich aus dem Fundus manigfaltiger divaesker Posen und setzen sie neu zusammen. Um sich im Spiegelkabinett der zitierten substanziellen Vorbilder nicht zu verlieren, schreiben sie sich aber nie auf eines davon fest, sondern sind in der Tat Chameleone, die vom Publikum nie entlarvt werden können und darum von ihm paradoxerweise so geliebt werden. Allen kaltblütigen Strategien der postmodernen "Chameleon-Diva" zum Trotz kommt Bronfen aber zum Schluss, und wir können ihr nur beistimmen: "Die Bilder der Diva leben dennoch hartnäckig weiter. Das Charisma ihrer Erscheinung behält seine Ausstrahlungskraft und seine Authentizität. Vielleicht kann, gerade weil wir in einer Celebrity Culture leben, in der zynisch, aufklärerisch oder parodistisch die eigene Manipulation endlos mit vorgeführt wird, die Diva nur an Wirksamkeit gewinnen. Wie sie die eigene Verwundung überwindet und gleichzeitig bewahrt, bleibt für uns Grund zur Bewunderung." (Elisabeth Bronfen, 2002). Das scheint Diva und Mond heute auf neuartige Weise zu verbinden: weil man beiden irgendwann so nahe treten konnte, sehnen wir uns bei ihnen umso mehr einen geheimnisvollen Dunst der Irreführung herbei, und verstricken uns in faszinierende Spekulationen darüber, warum die Mondlandung nicht stattgefunden habe, oder warum Marylin Monroe mit dem Telefonhörer in der Hand gestorben sein soll. Text: Catherine Hug, Zürich, im Oktober 2006 Exhibition views at Likeyou.projects Zurich, 2006 ![]() ![]() ![]() ![]() |
![]() Centrik Isler: Light For Dream Years In The Head (I), 2006 C-print, 75 x 90 cm Fotografie: Regula Wilson ![]() Tatjana Gerhard: ohne Titel, 2006 Oel auf Leinwand, 50 x 40 cm ![]() Melli Ink: Moonlost, 2003 Videostill ![]() Elmar Haardt: "Tim" aus der Serie "Oderland" 2005/2006 C-Print (Handabzug) auf Alu-Dibond, 56 x 70 cm ![]() Stefan Banz: Leman Moon, 2006 Fotografie (Inkjet auf Papier), 27 x 36 cm
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| Likeyou.projects ist der reale Link zur virtuellen Site Likeyou.com. Seit 1999 präsentiert Centrik Isler im Netz unter diesem Namen eine international ausgerichtete Kunstplattform. Die Site besteht aus einem Ausstellungsführer für Gegenwartskunst und einem Archiv. Hier publiziert der Herausgeber, was sein Interesse weckt. Ausserdem offeriert Isler auf Likeyou.com seit 2003 eine jurierte, einheitlich gestaltete, aber inhaltlich individuelle Website für Kunstschaffende. Zur Zeit publizieren über 170 nationale und internationale Künstler / Künstlerinnen und Künstlergruppen ihre Likeyou Artist Site. Mit Likeyou.projects gibt Centrik Isler seinen Likeyou Artists und der kunstinteressierten Öffentlichkeit eine bestens im Kunstgeschehen integrierte Plattform und mit dem Ausstellungsraum erstmals eine reale Bühne. So soll der kleine aber feine Raum an der Lavaterstrasse 75 denn auch primär ausgesuchten Likeyou Künstlerinnen und Künstler als Showcase für kuratierte Ausstellungen dienen. Infos: hier klicken |
Likeyou. projects is the link between the virtual site Likeyou.com and reality. Likeyou.com is an art platform with an international outlook, founded in 1999 and edited by Centrik Isler. It features an exhibition guider and a comprehensive archive of past entries. The editor publishes whatever arouses his interest. Since 2003, Likeyou.com has featured a curated selection of artist's pages in a standaridized layout with individual content. Currently, more than 170 national and international artists and artists' collectives publish on Likeyou.com. With the show room Likeyou.projects Centrik Isler offers Likeyou artists and the general public a platform in the real world extending and deepening the network that the site has built. The small but exquisite space at Lavaterstrasse 75 will showcase artists, mainly from the Likeyou community, in curated exhibitions. Click here for information |
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