© Beth Yarnelle Edwards

John, age 55, 2000
Fuji Crystal Archive Print, 76,2 x 97,8 cm


Beth Yarnelle Edwards
Suburban Dreams



Die Galerie f5,6 zeigt erstmals in Deutschland eine umfassende Ausstellung der amerikanischen Künstlerin Beth Yarnelle Edwards, die sich in ihrer Serie "Suburban Dreams" seit Mitte der 1990er Jahre mit den Vorstadtidyllen Kaliforniens beschäftigt.


"Mich faszinieren die Zeichen und Symbole des zeitgenössischen Lebens, die Beziehungen von Menschen, die Orte, an denen sie wohnen und ihre Besitztümer. Meine Fotografien sind bildliche Erkundungen von Menschen, Plätzen und Dingen im mittelständischen Kalifornien. Ich fühle, dass diese kulturelle Gruppe, die ich hier zeige, im Guten wie im Schlechten die Träume vieler Amerikaner repräsentiert" (Beth Yarnelle Edwards).


Die Dokumentation Amerikas hat in der Geschichte der Fotografie, wie Robert Franks "The Americans" und Walker Evans "American Photographs", von Lewis Hine, Alfed Stieglitz, über Gary Winogrand, Diane Arbus, zu William Eggleston, Stephen Shore oder auch bei Lewis Baltz eine zentrale Bedeutung. All diese Arbeiten dokumentieren mit sehr eigenen Bildsprachen und -strategien die Vereinigten Staaten als unbegrenzte Quelle demokratischer Bildschöpfung.


Beth Yarnelle Edwards reiht sich in diese Tradition ein. Ohne zu parodieren wirft sie einen anthropologischen Blick auf die Welt der amerikanischen Mittelschicht. Edwards arrangiert dieses Umfeld in einer Mischung aus Dokumentation und cinematografischer Inszenierung, die dem Betrachter einen komplett anderen Blick erlauben. Edwards fand hier Bilder des amerikanischen Traums, jenes tief verwurzelten Staatsmythos, dem zufolge allein durch persönlichen Willen und Leistung jeder seine Position im gesellschaftlichen Gefüge verändern kann. Edwards erzählt von Ritualen, Bräuchen und dem Freizeitverhalten der Menschen im mittelständischen Bay Area Kaliforniens und verfolgt dies auch in Europa weiter.


Sie forscht nach Geschlechterrollen, zeigt Stress und Entspannungsstrategien einer sozialen Gruppe, der sie sich selbst zugehörig fühlt. Alle Portraitierten in Edwards Arbeiten sind Freunde, Verwandte und Bekannte. Bevor ein Bild entsteht, befragt sie sie, skizziert ihre Häuser, ihre Lieblingsplätze darin. Daher steht vor dem endgültigen Bild, ähnlich wie bei Jeff Wall oder Phillip Lorca di Corcia, der Prozess stark im Vordergrund.


Der subtile Gebrauch von Licht, der von der Malerei der Renaissance und des 17. Jahrhunderts, über die Anfänge der Fotografie und später auch im Film sowie der Farbfotografie der 70er Jahre der "Color Straight Photography" zu finden ist, erlangt in Edwards Arbeiten eine neue Wichtigkeit.


Beth Yarnelle Edwards sucht in ihren Arbeiten den Schnittpunkt zwischen Mythos und dem Mondänen ohne dabei zu werten. Das Resultat ist eine suggestive Fiktion, die reelle Erscheinungen mit philosophischer Wahrheit kombiniert und dem Betrachter von Vereinsamung, permanenter Medienberieselung, von kleinen Fluchten und grossen Sehnsüchten berichtet. Edwards Geschichten aus dem Leben der situierten Vorstadtbürgerschaft formieren sich letztlich zum Gross-Tableau des ersehnten Strebens nach Glück, so wie es die U.S Verfassung unter dem "Pursuit of Happiness" versteht.


Beth Yarnelle Edwards stellte hauptsächlich in den Vereinigten Staaten aus, seit Anfang 2000 werden ihre Arbeiten auch in Europa bekannter. Sie hatte viele Einzelausstellungen, u.a. im Musée de la Photographie in Charleroi (Belgien), Noorderlicht Festival (Niederlande), Hereford Photography Festival (England).


Sie erhielt zahlreiche Preise und Stipendien. Beth Yarnelle Edwards studierte Englisch und danach Fotografie in Kalifornien. Ihre Arbeiten sind unter anderem in den folgenden öffentlichen Sammlungen vertreten: Musée de la Photographie à Charleroi (Belgien), Museet for Fotokunst, Odense (Dänemark), Bibliotèque National de France, San Francisco Museum of Modern Art, Los Angeles County Museum of Art, Museum of Fine Arts, Santa Fe (New Mexico), Museum of Fine Arts, Houston (Texas).


Ausstellungsdauer: 4.2. - 29.3.2005
Oeffnungszeiten: Di-Fr 11 - 19 Uhr, Sa 12 - 17 Uhr


Galerie f5,6
Ludwigstrasse 7
D-80539 München
Telefon +49 (0)89 2867 5167
Fax +49 (0)89 2867 5283
Email info@f5komma6.de

www.f5komma6.de