© R. Hampe
"Aber das Verfängnis schreitet", ca. 1922-28
© R. Hampe, München
Courtesy Kicken Berlin

© R. Hampe
"Große Körperkurven", ca. 1922-28
© R. Hampe, München
Courtesy Kicken Berlin


Franz Roh
"foto-auge"


Parallel zur umfangreichen Ausstellung des französischen Fotografen Lucien Hervé wird eine Studioausstellung des fotografischen Werks Franz Rohs (1890 – 1965) in den Deichtorhallen Hamburg präsentiert.

Der hauptsächlich durch seine publizistische Tätigkeit bekannte Roh hat aus der Zeit zwischen 1922 bis 1933 ein fotografisches Œuvre hinterlassen, das es zu entdecken gilt. Wichtige künstlerische Strömungen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts spiegeln sich in den Aufnahmen wider - seien es surrealistische Fotomontagen und Überblendungen oder ungewohnte Perspektiven wie in der konstruktivistisch geprägten Fotografie.

Während der 20er Jahre begann Franz Roh als Kunstkritiker zu arbeiten und zeigte dabei sein Interesse für Vertreter der Neuen Sachlichkeit. Mitte der 20er Jahre begann Roh aus Stichen des 19. Jahrhunderts Collagen zu fertigen, die eine Nähe zu Arbeiten von Max Ernst aufweisen, zu dem er seit 1926 einen regen Briefkontakt hielt. Ebenso stand Franz Roh in enger Verbindung mit Künstlern wie Willi Baumeister, Georg Grosz, Jan Tschichold, László Moholy-Nagy und Kurt Schwitters.

Angeregt durch die Lektüre von Moholy-Nagys Buch "Malerei, Fotografie, Film" (München 1925) begann er selbst zu fotografieren. Dabei experimentierte er mit diversen Fototechniken wie dem Fotogramm, der Überblendung, der Doppelbelichtung sowie der Negativkopie.

Ab 1929 veröffentlichte Franz Roh zahlreiche Publikationen zum Thema Fotografie. Er etablierte sich damit als ein früher Förderer dieses noch jungen Mediums. Die Machtergreifung der NSDAP 1933 und seine monatelange Internierung in Dachau zwangen Roh in eine Art Exil im eigenen Land. Erst 1945, nach Ende des Krieges, kann Roh seine Tätigkeit in der Lehre und als Kunstkritiker wieder aufnehmen. Er schreibt für die Münchner Neue Zeitung, wird 1951 zum Präsidenten der Deutschen Abteilung der AICA (Association Internationale des Critiques d’Art) ernannt und 1954 Mitglied des PEN-Clubs.

Das fotografische Werk Rohs blieb im Gegensatz zu seinen Schriften weitgehend unbekannt. Jetzt wird nach längerer Zeit eine konzentrierte Auswahl in Hamburg vorgestellt.


Zur Ausstellung erscheint eine Monografie über Franz Roh mit ca. 40 Seiten, 34 Abb.mit einem Vorwort von Zdenek Felix und einem Text von Sabina Mlodzianowski.


Ausstellungsdauer: 11.10.2002 - 12.1.2003
Öffnungszeiten: Di-So 11 - 18 Uhr, Mo geschlossen


Deichtorhallen Hamburg
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