© Gertrude Fehr
"Komposition", 1933-39


Gertrude Fehr (1895-1996)


Die deutsche Jüdin Gertrude Fehr (1895-1996, geborene Gertrude Fuld) wurde in München ausgebildet. Auf der Flucht vor den Nazis gab sie 1933 ihr erfolgreiches Atelier auf und liess sich in Paris nieder, wo sie eine einzigartige Schule gründete, die Publiphot. In der Nähe der Nouvelle Photographie und der Zeitschrift Arts et Métiers graphiques angesiedelt, lehrte Gertrude Fehr unter anderem Werbefotografie, die sie als künstlerische Ausdrucksform verstand. Auch als Fotografin ragte sie heraus und stellte ihre Werke neben Leuten wie Laure Albin-Guillot, Florence Henri oder Man Ray aus. Sie ist für ihre Solarisationen, Akte, Portaits und Fotomontagen bekannt.

1939 floh Gertude Fehr in die Schweiz und liess sich in Lausanne nieder, wo sie mit Unterstützung des Kantons und der Gemeinde eine private Fotoschule aufzog. Deren Vorbild war die Publiphot, die ihren Ruf ausgemacht hatte. Der Erfolg stellte sich sofort ein, da der einzige bisherige Lehrgang in Fotografie von der Kunstgewerbeschule in Zürich angeboten worden war. Deren damaliger Leiter war der Fotograf Hans Finsler. Aus Platzgründen musste die Schule sich vergrössern, um Platz für alle Interessenten bieten zu können. Gertrude Fehr traf aber auf die Opposition durch die Union suisse des photographes, die damals von Gaston de Jongh geleitet wurde. Aus Überdruss verkaufte sie schliesslich 1945 die Schule an die Kunst- und Gewerbeschule in Vevey.

Als Fotografin und Lehrerin hat Gertrude Fehr mehrere Generationen von Fotografen beeinflusst. Darunter Henriette Grindat, Monique Jacot, Bruno Barbey, Lux Chessex oder Jean-Luc Sieff. Dank ihr konnte die Schule auf europäischer Ebene einen ausgezeichneten Ruf erlangen.


Ausstellungsdauer: 26.9. - 24.11.2002
Oeffnungszeiten: täglich von 11 - 18 Uhr


Musée de l'Elysée
18, avenue de l'Elysée
1014 Lausanne
Telefon +41 21 316 99 11
Fax +41 21 316 99 12
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