© Götz Diergarten "Ravenoville"

Götz Diergarten
Ravenoville

Einige Gedanken zur Wahrnehmung

Ob etwas wahr ist oder nicht, darum geht es in der heutigen sogenannten künstlerischen Fotografie sehr häufig: real oder irreal, ein Modell der Wirklichkeit, nachgebaut und abfotografiert oder ein Bild bestehend aus den Informationen "Strom oder Nicht-Strom" (1 oder 0); Verfremdung, Verwirrung, Aufmerksamkeit wird erzeugt. Im Zeitalter der digitalen Medien, der ungeheuerlichen Bilderflut und -geschwindigkeit, haben es "klassische Fotografen" heute schwer.

Als ehemaliger Schüler von Bernd Becher gehöre ich per se in die letztgenannte Schublade, ob ich will oder nicht. Zugegeben: Ich habe auch ein Interesse an der Wirklichkeit, an den Gegebenheiten von Welt. Allerdings interessieren mich die von anderen erzeugten Bilder, die ich überwiegend in der meist unbewusst bewussten Gestaltung von banalen Fassaden finde.

Ob in der Schweiz, in Deutschland oder Frankreich; ich nutze die Kamera als Aufzeichnungsmittel der pastellenen Flächen, der soziologisch wie auch laienarchitektonisch interessanten Gebäude, nehme mir das, was selbst die Schöpfer dieser "Fassadenbilder" nicht mehr in dem zum - fotografischen - Bild Erhobenen für wahr empfinden.

Der Grad der empfundenen Abstraktion in den Bildern verrät sich üblicherweise proportional zur Bereitschaft der Sensibilisierung der eigenen Wahrnehmung.

(Götz Diergarten)

Ausstellungsdauer: 12.10. - 20.11.2001
Öffnungszeiten: Di-Fr 14 - 18 Uhr, Sa 11 - 16 Uhr

Galerie Holm & Wirth
Lutherstrasse 32
8004 Zürich
Telefon 01 241 01 15
Fax 01 241 01 17