© Hans Danuser

Hans Danuser
Frozen


In den achtziger Jahren waren es Tabuzonen der heutigen Gesellschaft, die den Schweizer Hans Danuser (geb. 1953) interessierten: Goldraffinierung, Atomforschung, Tierversuche, Gen-Technik, Pathologie. Es schienen ihn "mephystophelische" Orte anzuziehen, an denen mit viel Aufwand seltsame Energien, Mehrwerte und Wissen erzeugt werden, Wissen über unseren Körper, über den Aufbau der Erde – Wissen zur Nutzung, ohne Kenntnis des Preises, den wir dafür zahlen. Diese Arbeiten bewegten sich formal im klassischen Rahmen der Fotografie, wählten das verdichtete Essay als Form, die dann im Labor bis zum letzten "ausgereizt" wurde, so dass wir emotional nachvollziehen können, was gegenwärtig geforscht und praktiziert wird.

Die neuen Arbeiten – "Frozen Embryos", "Strangled Bodies" und "Erosionen" – öffnen die Fotografie, lassen sie zu Bildfeldern, Bildlandschaften sich ausdehnen. Grenzsituationen sind dabei weiterhin das Ziel des stetigen Forschers Hans Danuser: pränatal oder postmortem oder weggeschwemmt, das sind die "Eigenschaften" seines Blickes. Er richtet seinen Blick auf die Landschaft von wissenschaftlich genutztem Eis, auf die Landschaft von erodiertem und angeschwemmtem Boden und auf die Landschaft des geschundenen Körpers.

Zur Ausstellung kreiert Hans Danuser ein Künstlerbuch, das in drei grossen Kapiteln die Eislandschaften, die Erosionen und Anschwemmungen sowie die "Strangled Bodies" zeigt. Dazu verfasst Urs Stahel nach 1989 (damals zur Ausstellung "In Vivo" im Kunsthaus Aarau) einen erweiterten, eine Gesamtschau des Werkes von Hans Danuser anvisierenden Textessay. Das Künstlerbuch erscheint im Scalo Verlag.

Ausstellungsdauer: 9.11.2001 - 6.1.2002
Oeffnungszeiten: Di-Fr 12-18 Uhr, Mi 12-19.30 Uhr,
Sa/So 11-17 Uhr

Fotomuseum Winterthur
Grüzenstrasse 44
8400 Winterthur
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