Henrik Olesen - Ausstellungsansicht

Ausstellungsansicht


Henrik Olesen


Die Ausstellung des jungen dänischen Künstlers Henrik Olesen (geboren 1967, lebt in Berlin) ist die erste in Österreich. In seinen Arbeiten greift er dezidiert politische Themen auf: ökonomische Zusammenhänge bzw. Missverhältnisse, soziale Gerechtigkeit, alltägliche Beeinträchtigungen, die Stellung von Homosexuellen in der Gesellschaft ... Gleichzeitig agiert er bewusst im Begriffsfeld der Kunst(geschichte). Seine Ausdrucksweise ist als Verschränkung der Ansätze von Minimal Art, Concept Art und Pop Art zu sehen. Sie reicht von der Verwendung poverer Materialien und minimalen Eingriffen im Ausstellungsraum (etwa der räumlichen Übersetzung des Körpergefühls des "Dazwischen-Stehens") bis zum Einsatz von sehr direkten, agitatorischen Mitteln (Plakate, Environments).


Für die Ausstellung hat Henrik Olesen seine Recherchen über globalen Kapitalismus und über Homophobie, die Aggression gegen Homosexuelle, weitergeführt. In minimalistischem Arrangement werden 15 Hefte zum Durchblättern präsentiert, die aus Materialien aus dem Internet zusammengestellt sind. Unter dem Titel "documents about domination" führen sie die Kontrolle unseres Alltags vor Augen. Die Arbeitsunterlagen, die über den Verlauf der Recherche Auskunft geben, werden ebenso gezeigt wie die eigentlichen Hefte. Ausgehend von der vom Wirtschaftsmagazin "Forbes" jährlich veröffentlichten Liste der reichsten Menschen der Welt (die im übrigen soviel verdienen wie 45% der Weltbevölkerung) hat Henrik Olesen die Porträts der Milliardäre bzw. Produkte aus deren Konzernimperium kompiliert. In den Heften über die Diskriminierung Homosexueller sind Polizeiübergriffe, verschiedene Formen des "bashings" und medial bekannt gewordene Opfer homophober Politik dokumentiert. Über die formalanalytische Aneinanderreihung von Bildern des ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak wird vorgegeben, über dessen Gesten Rückschlüsse auf sein Verhalten und seine repressive Politik gegenüber Schwulen ziehen zu können. Die Unterlagen sind offensichtlich nach einer argumentativen Logik montiert; in Wirklichkeit aber unterzieht Olesen sie einer grundlegenden Untersuchung, um Informationen in Frage zu stellen.


Ausstellungen (Auswahl): Galerie Klosterfelde, Berlin; Städtisches Museum Abteiberg, Mönchengladbach, 2003; Galerie Daniel Buchholz, Köln; Kunstverein Hamburg; Ludwig Museum Köln, Werkleitz-Biennale, Werkleitz; Migros Museum Zürich, 2002; Kunstverein Braunschweig, Studiogalerie; Shedhalle Zürich, 2001.


Ausstellungsdauer: 14.8. - 14.9.2003
Oeffnungszeiten: Di - So 12 - 19 Uhr


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