© Holger Link

Transgression (Tryptichon)
Colorabzüge je ca. 125 x 180 cm


Holger Link
Dissoziationsversuche
Besuch zu Hause



7 grosse Fotoarbeiten


Die GdK Galerie der Künste zeigt in ihren neuen Räumen in der Potsdamer Strasse den Künstler Holger Link.


In der Ausstellung stellt Holger Link, unter dem Titel "Besuch zu Hause", die 7-teilige Fotoserie vor, die ein Teil der Werkgruppe "Dissoziationsversuche" ist (Besuch zu Hause/Der Künstler ist anwesend/ Backsliders). Das Projekt ist konzipiert als Versuch, die gesellschaftlichen und kulturellen Konstruktionen menschlicher Identität - Familie, Religion, Recht und Biologie - zu verorten und zu diskutieren.


Als zentraler Punkt, innerhalb sozialer und familiärer Dynamik, steht der Tisch mit seiner vieldeutigen Funktion und ambivalenten Bestimmung: als zentraler Ort, an welchem gleichzeitig Privates und Öffentliches zusammenfliessen, gehört er einerseits in den familiären Bereich, übernimmt aber ebenso die Funktion von Richterbank und Altar. In jedem Fall aber vollzieht man um den Tisch herum die sozialen Riten des Alltags, die das Selbst verformen und eine kollektive Identität ausbilden.


Dies zeigt der Künstler unter Verwendung eines Tisches, der alle familiären und intimen Kennzeichen verloren hat und, ähnlich einem Labortisch, "aseptisch" wirkt, um den herum er seine Figuren anordnet. Eingebunden in Schlauchsysteme, über welche Körperflüssigkeiten und Exkremente zwischen den Figuren ausgetauscht werden, bringt der Künstler sowohl Elemente der christlichen Liturgie, als auch dem biologischen Selbstverständnis in Zusammenhang.


Die Doppelwertigkeit der fotografischen Darstellungen Links wird noch verstärkt durch die Choreographie der Figuren, die fremdgesteuert und erstarrt agieren und in einem Szenario der Einsamkeit, von äusseren Beziehungen abgetrennt, existieren. Als gleichzeitig aktives Sujet und passives Objekt der Szene scheinen sie parallel eine sado-maso-chistische und lustvolle Erfahrung zu erleben. Die Identität löst sich daher in einer Flüssigkeit auf, die in einem ständigen Absaugen und Einflössen zirkuliert.


Holger Link, 1970 in Pforzheim geboren, hat Mitte bis Ende der 90er Jahre Medienkunst an der Kunsthochschule für Medien bei Prof. Valie Export und Prof. Jürgen Klauke in Köln studiert. 1999 zieht er nach Berlin um, wo er 2000 den Projektraum GND_Earth gründet und leitet.


Tätig seit zehn Jahren als freischaffender Künstler und Fotograf zeigt er vor allem Videoinstallationen und Fotografien in zahlreichen Gruppenausstellungen in Deutschland, dem Nahen Osten und Asien. Holger Link lebt und arbeitet in Köln.


Kurator: Noam Braslavsky


Ausstellungsdauer: 14.11. - 6.12.2003
Oeffnungszeiten: Di-So 14 - 20 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung


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