Emil Schulthess: New York, 1953
Emil Schulthess: New York, 1953
© Emil Schulthess Erben / SSP

Durchs Bild zur Welt gekommen
Hugo Loetscher und die Fotografie
Eine Ausstellung der Schweizerischen Stiftung
für die Photographie

Hugo Loetscher, ein "Schriftsteller europäischen Formats" (Le Figaro), beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit Fotografie. In Aufsätzen und Büchern stellte er Fotografen wie Werner Bischof oder Robert Frank einem breiteren Publikum vor.

Für seine journalistische Arbeit nutzte er regelmässig das Zusammenspiel von Bild und Text und war so an der Entstehung unzähliger Fotoreportagen beteiligt. Gemeinsam mit Walter Binder und Rosellina Burri Bischof gab er 1974 die erste Geschichte der Schweizer Fotografie heraus und lieferte damit wesentliche Anregungen zu einem bewussten Umgang mit dem Kulturgut Fotografie.

Zum 70. Geburtstag des Schriftstellers (1999) hat die Stadt Zürich eine Hugo-Loetscher-Ausstellung angeregt. Die Schweizerische Stiftung für die Photographie – in der sich Loetscher jahrelang als Stiftungsrat und Präsident engagierte – hat diese Anregung aufgenommen und Loetscher eingeladen, seine eigene Sicht auf die Fotografie zu resümieren und zu reflektieren.

Zur Diskussion stehen zum Beispiel die Wechselwirkungen zwischen Wort und Bild oder das Verhältnis zwischen der gesellschaftlichen Wirklichkeit und ihrem Abbild in der Fotografie. Manch ein Stoff, den Loetscher literarisch bearbeitet hat, findet dabei eine aufschlussreiche visuelle Spiegelung. Die Ausstellung umfasst Themen wie "Heile Welt und Unheil – ein helvetisches Dilemma", "Sehen, was nicht gesehen wird", "Eine Register-Arie der Städte", "Comédie humaine", "Wunderglaube, Gott und Geld", und sie präsentiert unter anderem wichtige Werkgruppen von Werner Bischof, Thomas Burla, René Burri, Luc Chessex, Yvan Dalain, Hans Finsler, Robert Frank, Fred Mayer, Ernst Scheidegger, Gotthard Schuh, Daniel Schwartz und Willy Spiller. Loetschers subjektive Auswahl von Fotografien gibt nicht nur Einblick in die Sichtweisen und Deutungen eines Autors, der sich immer wieder gegen (zu) einfache Erklärungen wehrt; sie beleuchtet darüber hinaus einige wichtige Positionen der Schweizer Fotografie, die für das helvetische Selbst- und Weltverständnis grundlegend sind.

"Durchs Bild zur Welt gekommen" ist auch ein Beitrag zum 30-Jahr-Jubiläum der 1971 gegründeten Schweizerischen Stiftung für die Photographie. Die ausgestellten Werke stammen zum grössten Teil aus der reichhaltigen Sammlung der Stiftung.

Mit Unterstützung der Dr. Adolf Streuli-Stiftung und der Cassinelli-Vogel-Stiftung

Zur Ausstellung erscheint ein Bildband mit Texten von Hugo Loetscher: "Durchs Bild zur Welt gekommen". Reportagen und Aufsätze zur Fotografie. Verlag Scheidegger & Spiess, Zürich, 2001. 240 Seiten, 200 Fotografien in Duoton, CHF. 78.-
 
Die Realisation des Buches wurde durch grosszügige Beiträge der UBS-Kulturstiftung und des Präsidialdepartements der Stadt Zürich ermöglicht.

Ausstellungsdauer: 31.8. - 9.12.2001 (verlängert)
Oeffnungszeiten: Di-Do 10 - 21 Uhr, Fr-So 10 - 17 Uhr

Kunsthaus Zürich
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