Vittorio Santoro: AFTERALL, 2001

Vittorio Santoro: AFTERALL, 2001, Installation


Inverse Probability
Edith Flückiger, Jos Näpflin, Vittorio Santoro



Wenn Michel Foucault vom "Gemurmel dunkler Insekten" sprach, meinte er damit einen hypothetischen, vor-kommunikativen Zustand, aus dem im Verlaufe des Zivilisierungsprozesses das Verständliche und das vermeintlich Unbrauchbare voneinander geschieden worden seien.


Die Ausstellung "Inverse Probability" bringt in einer atmosphärischen Anordnung Vieldeutiges und Uneigentliches, eben solches Gemurmel, zu einer sinnlichen Präsenz. Die Irritation der verbreiteten Orientierungsschemata ermöglicht uns dabei sowohl ein gewisses Bewusstsein über die herrschenden Wahrnehmungsmuster zu erlangen als auch eine Sehnsucht nach Zugang zu jenen unabmessbaren Gewässern der Wahrscheinlichkeiten zu verspüren.


Die Besucherinnen und Besucher der Ausstellung können in Löcher zwischen die kulturell definierten Zeichen fallen, in Löcher die jenseits eines deutlichen Sinns, aber auch jenseits von Unsinn sind: Wo alles fehlen und nichts leer sein kann (Edith Flückiger), wo verzerrte Stimmen die Summe aller möglichen Töne und Zeichen erahnen lassen (Jos Näpflin), wo das Kreisen der Zeit Handlungsbedarf lediglich als Option bereitstellt (Vittorio Santoro).


Die Kunsthalle Palazzo wird während der Ausstellung zu einer Zeitoase, in der alles ein bisschen langsamer von Statten geht.


(Text: Susann Wintsch, Kuratorin)


Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.


Ausstellungsdauer: 1.9. - 14.10.2001
Oeffnungszeiten: Di-Fr 10 - 18 Uhr, Sa/So 13-17 Uhr


Kunsthalle Palazzo
Poststrasse 2
4410 Liestal BL
Telefon +41 61 921 50 62
Fax +41 61 922 05 48
E-Mail kunsthalle@palazzo.ch

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