Foto: Urs Bachofen

Selbstbildnis, um 1918
Oel auf Malkarton, 42 x 32,5 cm
Foto: Urs Bachofen


Jakob Wäch
Ein unbekannter Bekannter aus der Sammlung des Glarner Kunstvereins



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Der Glarner Künstler Jakob Wäch (1893-1918) ist ein unbekannter Bekannter: er starb zu jung um ein grosses Werk zu hinterlassen, zu früh, als dass man hätte feststellen können, ob sich die Hoffnungen in das Talent des Malers als richtig erwiesen haben. Heute sind gerade einmal 30 Gemälde und 100 Zeichnungen Wächs bekannt, von denen sich ein nicht unwesentlicher Teil in der Sammlung des Glarner Kunstvereins befindet.


Jakob Wäch, Sohn eines Metzgermeisters aus Glarus, äusserte schon früh den Wunsch sich der freien Kunst zuzuwenden. Er wechselte deshalb 1911 von der Zeichnungsschule für Industrie und Gewerbe in St. Gallen an die Debschitzschule in München, an der neben kunstgewerblichen Studien auch freie Kunst unterrichtet wurde. Als er sich bei Ausbruch des Weltkrieges gezwungen sah, in die Schweiz zurückzukehren, fand er im Künstler Alexander Soldenhoff (1882-1951) in der künstlerisch wenig inspirierenden Enge seiner Heimat einen welterfahrenen Gesprächspartner. Ihre Freundschaft trug die Züge einer intensiven Lehrer-Schüler-Beziehung, wie sich im Vergleich gewisser Werke aus jener Zeit deutlich erkennen lässt. Wäch hinterlässt bei seinem Tod (er starb 1918 an der Spanischen Grippe) ein Bild, das alle anderen im Bezug auf Dimension und Komplexität der Komposition überragt; im "Grossen Selbstbildnis", um 1917, in dem er sich gleich dreimal selbst porträtiert hat, zeigt sich der junge Mann als jemanden, der sich gerade selbst entdeckt, sich und sein künstlerisches Selbstverständnis beim Malen befragt.


Die von Roman Kurzmeyer kuratierte Ausstellung im Kunsthaus Glarus, 1997, zu der auch eine Monographie des Künstlers erschienen ist, holte Wäch aus der Vergessenheit zurück. 2003 konnte das Kunsthaus Glarus ergänzend zu den schon vorhandenen Gemälden, weitere Werke des Künstlers als Dauerleihgabe bei sich aufnehmen. Die Ausstellung im Kunsthaus Glarus zeigt nun Jakob Wächs Schaffen anhand von Werken aus der Sammlung und stellt dieses - durch einige Leihgaben ergänzt - Arbeiten des befreundeten Künstlers Alexander Soldenhoff gegenüber.


Für die grosszügige Unterstützung der Ausstellung danken wir: Nestlé Fondation pour l'Art, The British Council


Ausstellungsdauer 4.2. - 6.5.2007

Oeffnungszeiten Di-Fr 14 - 18 Uhr, Sa/So 11 - 17 Uhr


Kunsthaus Glarus
Im Volksgarten
8750 Glarus
Telefon +41 (0)55 640 25 35
Fax +41 (0)55 640 25 19
Email office@kunsthausglarus.ch

www.kunsthausglarus.ch




Jakob Wäch
An unknown acquaintance from the collection of the Glarner Kunstverein



The Glarus artist Jakob Wäch (1893-1918) is an unknown acquaintance: He died too young to leave behind a great achievement, too early to ascertain if the hopes for the painter's talent could be fulfilled. Today only 30 paintings and 100 drawings by Wäch are known to exist, of which a significant part belongs to the collection of the Glarner Kunstverein.


Jakob Wäch, the son of a butcher from Glarus, expressed his desire early on to take up fine arts. With this goal in mind, he transferred from the Art School for Industry and Trade in St. Gallen to the Debschitz School in Munich, where fine arts as well as applied arts were taught. At the outbreak of the World War, when he was forced to return to Switzerland, he found in the otherwise artistically uninspiring narrowness of his native country a well-versed dialogue partner in Alexander Soldenhoff (1882-1951). Their friendship bore the characteristics of an intensive teacher-pupil relationship, as clearly seen in a comparison of certain works from that period. At the time of his death of the Spanish influenza in 1918, Wäch left behind one picture that surpasses all the rest in terms of dimension and complexity of composition; in "Large Self Portrait", around 1917, in which he actually portrayed himself three times, the young man appears to be someone who is just discovering himself, questioning himself and his artistic conception of himself while painting.


The exhibition arranged by Roman Kurzmeyer at the Kunsthaus Glarus in 1997, on the occasion of which a monograph about the artist was published, saved Wäch from falling into oblivion. In 2003 the Kunsthaus Glarus was able to augment its existing collection of paintings with additional works of the artist on permanent loan. The exhibition at the Kunsthaus Glarus is now showing Jakob Wäch's achievement with works from its collection, juxtaposing them - together with several objects on permanent loan - with works of his artist friend, Alexander Soldenhoff.


We would like to thank the following for their generous support: Nestlé Fondation pour l’Art, The British Council


Exhibition 4 February - 6 May 2007

Opening hours Tues-Fri 2 - 6 pm, Sat/Sun 11 am - 5 pm