© Jasper Wiedeman

catananche caerulea (garden series), 2003
lambda print on diasec, 80 x 60 cm


Jasper Wiedeman
Garden series



Aus Indien, Afrika oder Europa stammen ursprünglich die Pflanzen und Blumen, die Jasper Wiedeman (*1963) in seinem Garten in der Nähe von Amsterdam anpflanzt. Er steht früh morgens auf, wartet und beobachtet sie stundenlang. Ein ausgefallenes Hobby? Im Gegenteil - Jasper Wiedeman findet hier die Motive für seine Fotoarbeiten.


"Catananche Caerulea" - die blaue Rasselblume, so der Titel einer der Arbeiten. Der holländische Fotograf befindet sich hier unweigerlich in Verwandtschaft zur Niederländischen Stillleben-Malerei des 17. Jahrhunderts. Getrieben von wissenschaftlichem Interesse wollte sie Flora und Fauna detailgetreu dokumentieren. Wiedeman leugnet nicht die symbolische Bedeutung, mit denen Blumendarstellungen auf Grund dieser kunsthistorischen Tradition belegt sind.


In seiner Arbeit erhält diese Seite der Interpretation jedoch wenig Bedeutung. Viel eher erkennt er in seiner Arbeit eine erotische Komponente und rückt die ästhetische Sensibilität der Darstellung in den Vordergrund. Er suche die "Seele in seinen Objekten", so Wiedeman. Durch die starke Vergrösserung der pflanzlichen Details und einen offenen, monochromen Hintergrund bekommen sie die Qualität eines Portraits. Frei von einem zu viel an Interpretation, bleibt der Blick offen für die zerbrechliche Plastizität und die Ornamentik der Formen.


Im Unterschied zu seiner vorangegangenen Serie, in der seine Modelle - Herbstlaub aus dem eigenen Garten - buchstäblich vor seine Füsse fielen, ist in den hier gezeigten Arbeiten nicht der Aspekt der Vergänglichkeit entscheidend. Die Blumen stehen am Beginn ihrer Entwicklung, sie öffnen sich und fangen an, zu blühen. Für Jasper Wiedeman ist das schlussendliche Foto das Ergebnis dieses langsamen, langen Prozesses. Ein weiterer Abschnitt in seiner Arbeit wird für Jasper Wiedeman der Blick auf das Wachsen und das sich Verändern eines ganzen Blumenbeetes sein, das er mit seiner Kamera festhalten möchte.


Ausstellungsdauer: 30.1. - 21.3.2004
Öffnungszeiten: Mo-Fr 10 - 13 Uhr, 14 - 18 Uhr,
Sa 10 - 14 Uhr


Galerie Poller
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D-60594 Frankfurt am Main
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