© Sissi Farassat

wieder ich, 2002
Detail
Foto mit Pailletten, 52 x 78cm
© Sissi Farassat


Sissi Farassat
>1:1<



Die Fotokünstlerin Sissi Farassat präsentiert im Rahmen der Ausstellungsreihe "emerging artists" einen Querschnitt aus ihrem Schaffen der letzten 10 Jahre. Farassat überträgt einen Teil ihrer Ateliersituation im Format 1:1 in die Depoträume der Sammlung Essl. Paillettenbilder, Leuchtkisten, Fotos, Collagen, Souvenir-Fotoapparate aus Plastik mit intimen Frauenporträts, Plakate sowie "SIOSEH", die von Farassat herausgegebene "kleinste Fotozeitschrift der Welt" (7,5 x 10,5 cm), sind Medien, die in der Ausstellung zu sehen sind.

Seit 1991 ist Sissi Farassat als freie Fotografin in Wien tätig. 1993 nimmt sie an einem Workshop der amerikanischen Fotokünstlerin Nan Goldin teil. In dieser Zeit entsteht eine Art "visuelles Tagebuch" aus 40 Selbstporträts: Sie fotografierte sich jeden Morgen beim Aufwachen in ihrer privaten Umgebung.

Das Selbstporträt und die Verwendung insbesondere von Frauenkörpern sowie die Auseinandersetzung mit Intimität und Privatsphäre sowie Nähe und Distanz werden zu einem "Markenzeichen" von Farassat. In all ihren Arbeiten schafft sie den schwierigen Balanceakt, viel Preis zu geben und spannende Arbeiten zu schaffen, ohne dass sie ihre Intimsphäre verletzt - oft schwingt auch ein wenig Ironie mit.

Frauenbilder präsentiert die Künstlerin auch in Form von Leuchtkisten. Diese Kisten sind mit speziellen Sensoren ausgestattet, tritt der Betrachter zu nahe an das Objekt heran, verschwinden die Details und ein dunkles Bild bleibt zurück. Entfernt sich der Betrachter, oder bleibt er ruhig stehen, taucht das Bild wieder auf.

"Was mir schon immer ein wenig an der Fotografie fehlte, war der direkte Kontakt mit den Bildern. Man soll die Arbeiten auf Fotopapier so wenig wie möglich berühren, um Knicke zu verhindern. Ich wollte jedoch, wie ein Maler, stundenlang an einem Bild arbeiten." – (Farassat). Dies brachte die Künstlerin zu einer neuen Werkserie, den Paillettenbildern. Farassat bestickt grossformatige Fotografien mit glänzenden Pailletten in verschiedenen Formen und Farben - eine minutiöse Arbeit mit Faden und Nadel, die mehrere Wochen pro Bild dauern kann. Einzelne Umrisslinien oder ganze Areale einer Fotografie werden dicht mit Pailletten besetzt. "Mit ihrem Glitzern und den irisierenden Farben erinnern die Paillettenbilder an prunkvolle Gemächer, aber auch an die Glitterwelt von Disco und Filmrevues - dem gegenüber steht oft die "Gewöhnlichkeit" oder Intimität des Sujets." – (Gisela Steinlechner).

Sissi Farassat ist eine sehr konzentriert und konzeptuell arbeitende Künstlerin. Bevor sie mit einer neuen Arbeit beginnt, setzt sie sich selber Limits: "SIOSEH" (= Persisch 33) ist auf 33 Nummern beschränkt; Paillettenbilder sind auf 24 Stück limitiert und ihre Plakate mit Selbstporträts hat die Künstlerin ein Jahr lang jeden Monat in Wien verteilt.


Ausstellungsdauer: 24.4. - 4.5.2003
Oeffnungszeiten: Do-So 10 -19 Uhr


Sammlung Essl
Depot
An der Donau - Au 1
A-3400 Klosterneuburg / Wien

http://sammlung-essl.at


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