© Stephen Willats

Meta Filter April 1973 / June 1975
(Installationsansicht, Fonds National d'Art Contemporain, Paris)
Holz mit verschiedenen Materialien, Diapositive, Diaprojektoren, elektronische Schaltung


Stephen Willats
Messages from the Polemical City



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Stephen Willats, 1943 in London geboren, gehört zu den wichtigsten und einflussreichsten zeitgenössischen englischen Künstlern. In den sechziger und frühen siebziger Jahren ist er einer der ganz wenigen ernsthaften Exponenten der internationalen Konzeptkunst in England. Seine Werke befinden sich in vielen europäischen Museen. Seine Techniken reichen von der Zeichnung über Fotodokumentationen bis hin zu computergesteuerten Kommunikationsgeräten und Animationen.


Seit Mitte der sechziger Jahre interessiert Willats das Thema individueller Wertesysteme und gesellschaftlicher Kommunikation und die Möglichkeit diese über die Mittel der Kunst transparent zu machen. Er stellt die Frage nach den persönlichen Werten des Einzelnen in der Gesellschaft und wie das Individuum seinen persönlichen Lebensraum empfindet, diesen definiert und für sich lebbar macht. Seine Arbeiten beschäftigen sich mit Lebensrealitäten als interaktive und selbstorganisierende Systeme und ihre Wirkung auf die Identität und Lebensentwürfe der Menschen darin.


Mit den Mitteln der Kunst versucht Willats zu ergründen, wie Individuen die durch die gesellschaftlichen Zwänge bestimmte Welt sehen, wie sie sich selbst und andere einschätzen und zu welchen unterschiedlichen Sichtweisen sie kommen.


Wie kommunizieren Menschen unter diesen Zwängen und mit den Einschränkungen, die ihnen ihre spezielle soziale Situation auferlegt? Wie einigen sie sich, trotz unterschiedlicher Wertesysteme, Parameter und Lebensperspektiven?


In ausgedehnten und intensiven Recherchen lernt Willats verschiedene Lebensrealitäten an verschiedenen Orten kennen und versucht sie dem Betrachter zu vermitteln. Es geht hier nicht um seine subjektive Sicht der Welt, die Äusserung der Welterfahrung des Künstlers oder die Diskussion der Möglichkeit der Welterfassung durch die Kunst. Willats will objektiv transparent machen und dies über den Weg der Kunst tun. Er will das Wittgensteinsche Diktum, "was so ist, kann auch anders sein" illustrieren, indem er uns detailliert vorführt, wie anders oder wie ähnlich das Leben anderer abläuft und wie sie sich und die Welt dabei sehen oder vermeiden. Dabei ist die Gleichheit des Ortes von Objekt und Betrachter oft interessanter als die Schilderung exotischer Umstände.


"Messages from the Polemical City" zeigt neue Berliner Arbeiten, in denen Willats in typischer Weise Kunst als Werkzeug sozialer Recherche einsetzt. An vier verschiedenen Orten in Berlin hat Willats sich mit einzelnen Personen auseinandergesetzt und seine Ergebnisse in grossformatigen, mehrteiligen photographischen Werken und Videos dokumentiert.


Ausstellungsdauer: 26.1. - 28.2.2004
Oeffnungszeiten: Mo-Fr 11 - 18 Uhr, Sa 11 - 15 Uhr


Galerie Thomas Schulte
Mommsenstrasse 56
D-10629 Berlin
Telefon +49 30 324 00 44
Fax +49 30 345 15 96
E-Mail mail@galeriethomasschulte.de

www.galeriethomasschulte.de





Stephen Willats
Messages from the Polemical City



Stephen Willats, born in London in 1943, is one of the most important and influential contemporary English artists. During the sixties and early seventies, he was one of the very few serious representatives of international Concept Art in England. His works can be found in many European museums. His techniques range from drawing to photo documentation, computer-aided communications devices and animation.


Since the mid-sixties, Willats has been concerned with individual systems of values and social communication, and has investigated possibilities of making these transparent by artistic means. He raises the question of an individual's personal values within society and examines the way in which the individual experiences and defines his own personal living space, making it liveable. His works look at the realities of life as interactive and self-organising systems, and analyse the effect of these systems on the creation of identity and life for people within them.


Using artistic means, Willats attempts to fathom the way in which individuals see a world that is determined by social constraints, how they evaluate themselves and others, and which perspectives they develop.


How do people communicate under these constraints and in face of the restrictions imposed by their specific social situation? How do they arrive at agreement, despite different value systems, parameters and perspectives on life?


In extensive, intense research, Willats acquaints himself with different realities of life in various places and seeks to convey these to the viewer. This is not his subjective view of the world, an expression of the artist's worldly experience or a discussion of possible ways of grasping the world through art. Willats wants to make things transparent, in an objective way, and to do this via art. He aims to illustrate Wittgenstein's dictum, "if things are one way, they can also be another", by offering us details on how differently or how similarly other people live their lives, and how they see, or avoid seeing themselves and the world. The similarities in the positioning of object and viewer are hereby often more interesting than a depiction of exotic conditions.


"Messages from the Polemical City" shows new Berlin works in which Willats typically employs art as a tool for social research. In four different settings in Berlin, Willats has investigated individual people's lives and documented his findings in large-format, several-part photographic works and videos.


26 January - 28 February 2004