© Valentin Jeck

Serie 1 - Nr. 8, 2007
286 x 190 cm
JVC RC-EX 36S CD Portable System


Valentin Jeck
Fotografie



In einer grossen Werkschau zeigt Valentin Jeck auf grossformatigen Fotografien das gestochen-scharfe Abbild der aktuellen Warenwelt.


Die Technik einer jeden Fotografie ist eine List. Sie verweist auf die wahrscheinliche Realität hinter dem Abgebildeten. Sehen wir ein Foto einer Mineralwasserflasche, ist dies die Dokumentation der real existierenden Flasche. Zwar in minderer Qualität, aber die List gibt Echtheit vor. Wir vertrauen den Bildern. Doch was, wenn das Abbild im Gegenteil eine viel grössere visuelle Präsenz erzeugt?


Wenn wir auf der Fotografie mehr sehen und erleben, als wenn wir das Original in Händen halten? Valentin Jecks Bildern gelingt dies. Die fotografischen Abbildungen von Waren und Objekten werden realer als diese es selbst wahrhaftig je sein könnten.


In der Alten Fabrik Rapperswil-Jona sind zum Teil monumentale, fotografische Vergrösserungen von handelsüblichen Alltagsgegenständen zu sehen. Eine persönliche Selektion von Objekten und Waren also, die eine Einsicht erlauben in eine Momentaufnahme, wie wir sie im Jahre 2007 unserer Welt gestaltet haben. Die jetzige Zeitepoche lebt in diesen Gegenständen. Was im Moment selbstverständlich oder sogar modern erscheint, veraltet in wenigen Jahren. Eine Art Konservierung von Obiekten findet statt, die aus einer späteren Sicht die heutige Zeit wiederspiegeln wird.


Was brennt sich in unsere Wahrnehmung als Selbstverständlichkeit ein? Der Hip-Hop-Ghettoblaster wird in einigen Jahren wahrscheinlich ähnliches Erstaunen über seine Gestalt auslösen, wie dies heute bereits zehnjährige Handy-Modelle tun. Andere Sachen wird es einmal gar nicht mehr geben.


Valentin Jeck stellt die Objekte auf einen neutralen grauen Hintergrund. Die Beleuchtung ist nicht hart und dokumentarisch, im Licht ist eine gewisse malerische Weichheit zu finden.


Die Grösse der Bilder und der schwere Eichenholzrahmen ist ein weiteres Mittel um der formalen Reduktion und der technischen Brillianz eine grössere Präsenz zu geben. Der sinnliche Reiz der Materialität wird erhöht und überhöht. Die ästhetisch formale Ebene erhebt die Bilder in den Rang von Kunstwerken und verleiht ihnen eine zeitgeschichtliche Dimension. Die Bildwerke von Jeck erzeugen in der Ausstellungshalle einen schier beängstigenden Sog. Im täglichen Gebrauch dieser Gegenstände gehen einem zum Beispiel die architektonische Qualität eines Plastikgartenstuhls verloren, oder wer beachtet die Landschaft aus frischen Staubpartikeln auf einer im Kaufhausregal stehenden Plastikkanne.


In der zur Ausstellung erscheinenden Publikation "SERIE 1" bringt es Guido Magnaguagno in seinem Text präzise auf den Punkt: "In dieser ungeheuerlicher Warensammlung dominiert das Gewöhnliche in ungewöhnlicher Form. Auf einen raumlosen Grund platziert, entzieht Jeck den Objekten die Verkäuflichkeit, sodass sie sowohl preis- wie zeitlos erscheinen."


Valentin Jeck ist einer der renommiertesten Schweizer Fotografen im Bereich der Objekt- und Architekturfotografie. Unter anderen arbeitet er regelmässig für die Deutsche VOGUE, für das Trendmagazin SQUINT sowie für das englische Designmagazin WALLPAPER.


Zu seinen Kunden gehören Firmen wie Mercedes-Benz und Gucci.


Kuratorin der Ausstellung: Christa Gebert


Ausstellungsdauer 9.6. - 8.7.2007

Öffnungszeiten Mi-Fr 17 - 20 Uhr, Sa/So 14 - 17 Uhr


Alte Fabrik
Klaus Gebert-Strasse 5
8640 Rapperswil
Telefon +41 (0)55 210 51 54
Fax +41 (0)55 210 51 56
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