© René Zäch

René Zäch: Wagen, 2004
Karton, Holz, Kunstharz, Dispersion, 18.5 x 60 x 40 cm


René Zäch
mobil

Jürg Stäuble
just

Mamiko Otsubo
rub



René Zäch führt uns knapp aber prägnant vor Augen, was wir tagein, tagaus auf der Strasse zu sehen gewohnt sind - aus purer Gewohnheit aber nicht mehr bewusst sehen: Das Automobil als solches. Mit klaren formalen Mitteln, völlig reduziert auf Rad und Achse, und einfachem Werkstoff - aus gewöhnlichem Karton - schafft er eine monumentale Skulptur, die nicht zuletzt durch die bronzenfarbene Oberfläche und die perfekte Ausführung fast majestätisch daherkommt.


Die Präsentation auf vier Sockeln gibt der Skulptur auf den ersten Blick einen Touch Landesmuseum, auf den zweiten Blick entschlüsselt sie Zächs Ironiepotenzial: Unter dem Titel "mobil" präsentiert uns der Bieler Künstler ein Auto, das gar nicht mobil ist. Die Räder sind im Sockel eingebunden und zum Stillstehen verurteilt - dies nicht etwa um den Betrachter an alltägliche Stau-Situationen zu erinnern, sondern eher um die Funktion des Sockels zu hinterfragen.


© Jürg Stäuble

Jürg Stäuble: sowohl -, 2006
Aluminium Verbundplatte, geschliffen, 195 x 339 x 1.6 cm


Bei Jürg Stäuble stellen sich andere Fragen: Wer die amorphen, fast organisch anmutenden Formen und die reduzierte Farbigkeit - übrigens ist Lila die Trendfarbe Nr. 1 für diesen Sommer - wahrgenommen hat, interessiert sich für deren Herleitung. Diese ist äusserst komplex und für die Erscheinung nicht von Belangen, doch wer mitspielen möchte, muss auch die Regeln kennen: Stäubles Formen werden durch geometrische Berechnungen erzeugt, d.h. mittels Bezierkurven, die horizontal und vertikal über die Fläche summiert werden, entstehen grössere und kleinere Überschneidungen, die anschliessend im Schnittpunkt zu Aussparungen führen.


So kompliziert diese Ausführungen nun klingen - es soll erwähnt sein, dass jedes Spiel auch Spass mit sich bringt und Stäuble diesen nebst klaren Rahmenbedingungen auch zelebrieren wird. Im Vordergrund der künstlerischen Arbeit steht nicht Produktion, sondern Wirkung. Diese ist in der Gesamtschau bewusst minimal, im Einzelnen aber geradezu oszillierend: Die violetten Spitzen erzeugen nicht nur ein zeichnerisches Moment, sondern vibrieren über die gesamte Wandbreite weiter.


© Mamiko Otsubo

Mamiko Otsubo: Untitled, 2004
Styrofoam, epoxy resin, paint, rubber


Die New Yorkerin Mamiko Otsubo lässt sich auch von Kurven und Spitzen inspirieren, aber weder geometrischen, noch vibrierenden: Ausgangslage ihrer Arbeit ist die Landschaft, deren Abstraktion sie in einer klaren Formgebung auslotet. Ganz bewusst komponiert sie Elemente und erzeugt erzählerische Strukturen. Einen spielerischen Augenblick reflektieren Positionierung und Materialgebung: Einmal verschwindet eine fahle Mondkugel unter einer Hügellandschaft, ein andermal sitzt ein greller Sonnenball stolz über Wolke und Berg.


Otsubos Arbeit fasziniert nicht nur durch die narrative Komponente, oder subtilen Humor, sondern auch durch die taktilen Oberflächen und eine stille Poesie, die den Raum 3 vollends erfüllt.


Ausstellungsdauer 29.4. - 3.6.2006

Oeffnungszeiten Di-Fr 12-18 Uhr, Sa 11-16 Uhr
und nach Vereinbarung


Galerie Mark Müller
Gessnerallee 36
8001 Zürich
Telefon +41 (0)44 211 81 55
Fax +41 (0)44 211 82 20
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