![]() Nesa Gschwend Rotations Tableaux vintants Click for English text Performance Die beiden Videoprojektionen zeigen jeweils einen Ausschnitt aus deiner Performance "Rotationen". Gleichzeitig mutet das Arrangement hier am Boden - Ort des Geschehens - wie eine Versuchsanlage an, ein Performance-Laboratorium, in welchem du jederzeit eine nächste Performance-Etappe lancieren könntest. Verrottende Orangen, schon umschwärmt und belagert von Drosophilae, sowie eine Anzahl von dir künstlerisch transformierter Früchte, die du während deiner Performance zusammengenäht hast, liegen auf dem Saft durchtränkten Tuch ausgebreitet und verströmen einen süsslichen Duft. Die Relikte machen deutlich, dass du einen organischen Prozess in Gang setzt. Deine Performance ist nicht abgeschlossen, sobald du den Raum verlässt, vielmehr dauert sie in deiner Abwesenheit fort und wirkt in diesen Relikten nach, so lange, bis alles wieder weggeräumt sein wird. Während der Performance sitzt du auf einem niedrigen Stuhl und bringst dich selber unter einem grossen schwarzen Kleid fast zum Verschwinden. Selbst dein Gesicht ist kaum sichtbar, weil du stark nach vorne geneigt bist, um die ganze Konzentration auf deine Hände zu lenken. So fokussierst du denn auch in den Videoprojektionen den Ausschnitt auf deine Behandlung der Orange. In den beiden zeitlich versetzten Projektionen deiner Performance nun ist einerseits in der Anfangssequenz zu beobachten, wie du entlang des "Äquators" der Orange mit dem Daumen einen Graben schaffst und in die Orange eindringst, um sie schliesslich mit deinen Händen in zwei gleiche Hälften auseinander zu brechen. Andererseits kann verfolgt werden, wie du das Fruchtfleisch herausnimmst und die Orange wieder zusammenfügst. Du füllst die Fruchthäutchen wieder in die Schalen ein und nähst sie mit den bereitliegenden Nadeln und roten Fäden wieder zusammen, um diese operierten Körper dann ihrem Schicksal zu überlassen. Beim Betrachten dieser Prozedur drängt sich natürlich die Frage auf, wo dein Interesse, deine Motivation liegt, solchermassen mit einer Orange zu verfahren. Gabrielle Obrist Performance Dienstag, 6.5.2008, 18 - 20 Uhr Kunstraum Engländerbau Städtle 37 FL-9490 Vaduz Telefon +423 2 333 111 Fax +423 2 333 112 Email office@kunstraum.li www.kunstraum.li www.likeyou.com/nesagschwend Nesa Gschwend Rotations Tableaux vintants Performance Each of the two video productions features an excerpt from a performance of yours entitled "Rotations". At the same time, the arrangement on the floor here - at the scene of the crime, as it were - seems experimental, like a performance laboratory ready at all times for you to take the next step. Rotting oranges, already besieged by fruit-flies, together with other fruit you have subjected to an artistic transformation and sewn together in the course of the performance, are spread out on a juice-soaked cloth and exude a sweetish perfume. These relics make it clear that what you have set in motion is an organic process. Your performance isn't over when you leave the room; instead, it continues in your absence through the intermediary of these relics, until everything has been tidied away. During the performance you are seated on a low chair, virtually disappearing under a big black dress. Your posture, bent almost double and entirely focused on your hands, means that not even your face is properly recognizable. In your video projections, too, you keep the camera trained on your treatment of the oranges. The two staggered projections of your performance, meanwhile, feature an introductory sequence in which you dig your thumb into the orange to make an indentation along its "equator" before splitting it into two equal parts with your hands, and a subsequent sequence in which you remove the flesh of the fruit before reassembling it. You put the membranes back into the peels and sew them shut with the needle and red thread you have at hand; then, post-op, you abandon these bodies to their fate. Now, the observer of such a procedure cannot help wondering what moves you to treat oranges in this fashion... Corinne Schatz Performance Tuesday, 6 May 2008, 6 - 8 pm |